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Bewerbungsvideo

Das Bewerbungsvideo – mehr Kür als Pflicht

Weil alle Welt Videos dreht und diese bei youTube hochlädt, denkt sich vielleicht der eine oder andere, warum sollte ich das nicht auch für die Bewerbung machen und selbst ein Bewerbungsvideo drehen? Dazu gibt es einiges zu sagen: Erstens, youTube-Videos haben in der Regel eine komplett andere Ausrichtung auch im Hinblick auf die Zielgruppe, und zweitens, auch bei youTube-Videos gibt es ganz unterschiedliche Professionalisierungsgrade.

Leute, die auf youTube mit ihren Videos erfolgreich sind, haben nicht nur ein Video online, sie laden praktisch jeden Tag eines hoch. Das ist echt Arbeit, macht aber auch viel Spaß. Mit der Übung kommt dann natürlich auch die Professionalität und das sieht man diesen Videos dann auch an. Profi-youTuber haben in der Regel auch kein Interesse an einem festen Beschäftigungsverhältnis, denn idealerweise generieren sie mit ihren Videos genügend Einnahmen, um ein mehr oder weniger bescheidenes Dasein zu „fristen“.

Wenn Du Dich allerdings für einen Job bewirbst, und Deine Bewerbung mit einem Bewerbungsvideo aufpeppen möchtest, dann solltest Du sorglichste ganz viel Sorgfalt walten lassen. Mittlerweile gibt es einige Dienstleister, die Dich bei der Erstellung eines Bewerbungsvideos unterstützen können (weiter Infos findest Du unter www.career-up.de). Wenn Du Dein Bewerbungsvideo allerdings lieber auf eigene Faust drehen möchtest, dann geben wir Dir hier gerne einige Tipps, damit Du auch erfolgreich sein kannst.

Doch vorher solltest Du noch Folgendes über das Thema Bewerbungsvideo wissen: Stell Dir einmal vor, Dein Bewerbungsvideo ist fertig und Du bist mit dem Resultat auch durchaus zufrieden. Nun stellt sich natürlich die große Frage, wie erreicht Dein Bewerbungsvideo denn eigentlich die Personalabteilungen. Also auf den momentan dominierenden Bewerbungsplattformen wie Stepstone und Monster gibt es keinen Link zur Einbettung eines Bewerbungsvideos. Ebenso wirst Du Dich schwertun, Dein Bewerbungsvideo bei Onlinebewerbungen über die Firmenjobportale hochzuladen, denn das scheitert schon rein an der Dateigröße. Diese Plattformen sind nämlich nicht auf die Zusendung von solch großen Dateien ausgelegt und es ist manchmal schon schwierig, die herkömmlichen Bewerbungsunterlagen mit den vielen Zeugnissen, Beurteilungen und Zertikaten auf Größen von maximal 5 MB zu reduzieren, was heute etwa der Standard ist. Sonst würden viele Firmen noch einige Server „anbauen“ müssen, alleine nur um die Bewerberdaten zu handeln. Nun haben wir gesagt, was das Problem ist. Nun erwartest Du sicher auch eine Lösung für dieses Problem. Die einfachste Lösung dafür ist, das Video auf einer Bewerberhomepage zu platzieren und den entsprechenden Link in die Bewerbung einzubauen. Das ist der gängigste und letztlich einfachste Weg. 

Eigenes Bewerbungsvideo erstellen

Wenn Du ein eigenes Bewerbungsvideo erstellen möchtest, dann musst Du noch mehr als bei einer herkömmlichen Bewerbung darüber nachdenken, wie Du Dich präsentieren möchtest, wer Du bist, was Du kannst, was Dich ausmacht, und dabei geht es um viel mehr als um Deine Qualifikationen, die Du im Lebenslauf auflistet. Vielmehr ist die Frage, was bist Du für ein Mensch, welche Art Tätigkeiten machen Dir Spaß. Schon allein der Fakt, dass Du darüber nachdenkst, ein eigenes Bewerbungsvideo zu drehen, zeigt ja schon, dass Du eher eine extrovertierte Persönlichkeit bist. Nun musst Du Dich gekonnt in Szene setzen. Wie bei einem Filmdreh auch, muss Du Dir vorher eine Story überlegen und ein kleines Drehbuch schreiben. Das hört sich jetzt vielleicht etwas großspurig an, aber dabei geht es einfach darum, den Film zunächst einmal in Deinem Kopf entstehen zu lassen und Dir und denjenigen, die Dir beim Filmdreh helfen, Regieanweisungen zu geben. Auch wenn Du Dir einen professionellen Dienstleister dafür holst, solltest Du Dir dennoch im Vorfeld selbst darüber Gedanken machen, wie Du rüberkommen möchtest. Es ist so ähnlich, wie wenn man sich eine Bewerbung schreiben lässt. Das ist vielleicht einfach, aber der Text ist dann eben nicht authentisch und im Zweifelsfall führt das dazu, dass die Vorstellungen und Erwartungen der potentiellen Arbeitgeber in eine ungünstige Richtung gelenkt werden. Ganz wichtig ist es, auch im Bewerbungsvideo, den Spagat zwischen Professionalität und Authenzität zu schaffen.

Denn anders als das Bewerbungsfoto, ist das Bewerbungsvideo ein „Add-on“. Wenn sich ein Personaler Dein Bewerbungsvideo anschaut, dann hat er sich bereits einen ersten Eindruck verschafft und möchte nun mehr über Dich erfahren. Nun geht es also darum, den ersten positiven Eindruck positiv zu verstärken.

Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, selbst wenn Du Dich für ein Bewerbungsvideo entscheidest, ist das immer nur ein zusätzlicher Faktor, der sich im besten Fall positiv auf Deine Bewerbung auswirkt, sofern das Bewerbungsvideo auch professionell gemacht ist und Du überzeugend rüberkommst. Es bedeutet jedoch nicht, dass Du auf die Standardunterlagen, also das Bewerbungsfoto, ein Anschreiben, Deinen Lebenslauf, Deine Zeugnisse, Beurteilungen und Zertifikate verzichten kannst. 

Versetze Dich einmal in die Situation eines Personalers. Ein Bewerbungsprozess ist im wesentlichen ein standardisierter Vorgang, zumindest bis zur ersten Gesprächsrunde. Sofern Du Dich um eine Einstiegsposition oder in einer Branche mit einem Bewerberüberhang bewirbst, bist Du nur eine Nummer und erst später wirst Du (vielleicht) ein Kandidat. Aber bis dahin wird kräftig ausgesiebt. Die allererste Frage lautet: Sind die Bewerbungsunterlagen vollständig? Glaube nicht, dass man Dir hinterher telefoniert oder mailt, weil Du Dein Gehalt nicht angegeben hast. Das kommt nur in den seltensten Fällen vor. Wenn das fehlt, landet Deine Bewerbung einfach auf dem falschen Stapel, nämlich auf dem großen mit den Bewerbern, die gleich bei der ersten Runde ausgeschieden sind. Dann geht es weiter, nun zählt der Gesamteindruck der Bewerbung. Der erste Eindruck beim Öffnen der Unterlagen entscheidet. Ist das Bild gut oder zeigt sich hier bereits eine gewisse Nachlässigkeit? Natürlich kommt es darauf an, für welche Stelle Du Dich bewirbst. Dann wird der Lebenslauf kurz gecheckt, das Bewerbungsanschreiben gescannt und nun nimmt man eventuell schon Kenntnis davon, dass es hier auch ein Bewerbungsvideo anzuschauen gäbe. Sind nur zehn Bewerbungen eingetroffen, schaut man es sich vielleicht direkt an, sofern dies überhaupt möglich ist. Denn wird eine CD mitgeschickt, muss diese vielleicht zunächst in die IT-Abteilung, um gecheckt zu werden oder der Personaler hat kein passendes Programm zum Abspielen des Films. Denn Filmchen schauen gehört nun nicht zum Hauptaufgabengebiet in einer Personalabteilung. Das Anschauen wird also auf eine späteren Zeitpunkt verschoben. Das Bewerbungsvideo kommt erst dann wieder ins Spiel, wenn es die Bewerbung mit den klassischen Unterlagen eine Runde weiter geschafft hat.

Wir lassen es also dahin gestellt, ob es sich wirklich lohnt, den Aufwand zu betreiben und ein Bewerbungsvideo zu drehen.

Es gibt ein paar Punkte, die für ein Bewerbungsvideo sprechen:

1. Du kennst Dich schon super mit dem Medium Film aus und es ist einfach für Dich, ein Bewerbungsvideo zu drehen.

2. Du scheust weder Kosten noch Zeitaufwand, weil Du Spaß daran hast, ein Bewerbungsvideo zu drehen. Immerhin kannst Du das dann irgendwann einmal auch auf einer Deiner Geburtstagsfeier vorführen.

3. Du bewirbst Dich in der Kreativbranche und möchtest damit zeigen, dass Du auf dem aktuellsten Stand der Technik bist und Dich auch gut präsentieren kannst.

Wenn Du nun noch etwas unsicher bist, ob Du wirklich ein Bewerbungsvideo brauchst, um auf der Karriereleiter voranzukommen, dann solltest Du Dir einmal auf youTube ein paar gelungene Beispiele anschauen… und dann noch einmal überlegen, ob und gegebenenfalls wie Du so ein Video umsetzen kannst.