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Wie komme ich in die Medienbranche?

Wie komme ich in die Medienbranche?
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Vielleicht fragst Du Dich „Wie komme ich in die Medienbranche?“, weil du gerade dein Leben nach der Schule planst oder dich gerne umorientieren möchtest. In diesem Artikel erkläre ich dir, welche Wege es gibt, um in der Medienbranche tätig zu werden. Die Medien sind ein attraktives Arbeitsfeld. Es ist vielfältig, interessant, abwechslungsreich und einfach „in“.

Die Medienbranche: Ein interessantes Berufsfeld mit vielen Möglichkeiten

Grundsätzlich gibt es verschiedene Wege, in die Medienbranche einzusteigen. In den letzten Jahren hat sich vor allem durch die Ausbreitung des Internets als „das“ Medium schlechthin einiges verändert. Aber auch die wirtschaftlichen Veränderungen haben Einfluss genommen.

Die Medienbranche bietet viele verschiedene Berufsfelder, die ganz unterschiedliche Qualifikationen erfordern. Ohne Studium geht jedoch kaum etwas.

1. Berufsfeld Journalismus

Als Journalist oder Redakteur bist du für die Inhalte zuständig, egal ob du für ein Printmedium wie eine Tageszeitung oder einen Rundfunk- oder Fernsehsender tätig bist. In den Medien haben in den vergangenen zehn Jahren große Veränderungen stattgefunden. Dies hat im Wesentlichen zwei Gründe. Zunächst einmal hat das Internet vieles verändert. Allerdings kam es aufgrund der Wirtschaftskrise in den Jahren ab 2002 und 2008 zu einem Rückgang der Anzeigenschaltung und dies ging nicht spurlos an den Redaktionen vorbei. Auch wenn es in Deutschland eine strikte Trennung zwischen Werbung und Redaktion gibt, so hat die Werbung doch indirekt Einfluss, zwar keinen inhaltlichen, allerdings strukturellen. Denn wenn keine oder nicht mehr so viele Anzeigen geschaltet werden, steht auch nicht mehr so viel Platz für die redaktionelle Berichterstattung zur Verfügung. Weniger Platz heißt auch, dass weniger Redakteure benötigt werden, um die redaktionelle Berichterstattung zu füllen. Gleichzeitig haben durch die Ausbreitung des Internets die Abozahlen drastisch abgenommen. Die Folge war, dass Redaktionen abgebaut, geschlossen oder zusammengelegt wurden. Besonders im Printbereich sind die Stellen für redaktionelle Mitarbeiter daher rar gesät. Wenn du trotzdem den Journalismus als Beruf anstrebst, dann gibt es verschiedene Wege.

Einstieg über ein Volontariat:

Nach dem Abitur machst du direkt ein zweijähriges Volontariat bei einem Medium, zum Beispiel bei deiner örtlichen Tageszeitung. Das „Volo“, wie es auch gerne genannt wird, ist eine medienspezifische Ausbildung. Du lernst alle typischen Aufgaben eines Redakteurs (eines angestellten Mitarbeiters einer Redaktion) kennen, begleitest erfahrene Kollegen zu Terminen und gehst auch alleine hin, um danach darüber zu schreiben. Je nachdem, bei welchem Medium du dein Volo machst, sind natürlich auch die Aufgaben unterschiedlich. Klassisch ist das Volo bei einer örtlichen Tageszeitung, wo dann auch einmal so Termine wie Vereinsversammlungen und Feuerwehr-Ehrungen auf dem Redaktionellen stehen. Grundsätzlich wirst du viel mit Menschen zu tun haben, wirst aber auch lernen müssen, dich gegen die Ansprüche anderer abzugrenzen. Denn alle denken, ihre Geschichte ist einfach das Wichtigste und auch Journalisten müssten das doch verstehen. Gleichzeitig ist der Journalismus ein sehr abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld, bei dem es nicht langweilig wird.

Leider ist der direkte Einstieg nach dem Abitur über das Volontariat in den letzten Jahren immer seltener geworden. Das hat zwei Gründe: Erstens bauen Medien ihre Redaktionen ab, die Zahl der Volontarsstellen ist dadurch schon einmal sehr begrenzt. Zweitens wird mittlerweile auch für Volontäre ein Studium als Grundvoraussetzung gefordert.

Studium Journalistik

Vieles, was ich oben bereits gesagt habe, gilt für das Thema Journalismus allgemein. Nur die Zugänge zu diesem Berufsfeld sind einfach verschieden. Wie gesagt, die Volontariatsstellen sind rar und entsprechend konkurrieren viele um eine Volontariatsstelle. Man muss auch ehrlicherweise sagen, dass eine Karriere ohne ein Studium letzten Endes eher unwahrscheinlich ist. Da sollte man sich nichts vormachen. Leitende Redaktionsstellen werden nur mit Akademikern besetzt, hilfreich ist in diesem Berufsfeld auch eine Promotion.

Wenn du also „nur“ ein Volontariat bei einer Lokalzeitung gemacht hast und dann einmal woanders hin wechseln möchtest, um eine leitende Position einzunehmen, dann konkurriest du mit Hochschulabsolventen und wer da gewinnt, dürfte wohl klar sein. Sogar innerhalb des Mediums könnte es dann Probleme geben, weil sich auf eine ausgeschriebene Stelle natürlich hochqualifizierte Bewerber melden. „Vitamin B“ sollte man nicht überschätzen. Häufig sehen Journalistik-Studiengänge ein Volontariat als obligatorischen Bestandteil des Studiums vor. Das heißt, zwei Praxissemester sind für das Volontariat fest vorgesehen.

Wenn es am Anfang der Ausbildung (egal, ob du mit einem Volo oder einem Studium startest) noch nicht klar ist, für welches Ressort du dich interessierst. Dann wird sich das im Laufe der Zeit ergeben. Du wirst sehen, wofür du dich besonders interessierst, das können regionale Themen sein, Wirtschaftsthemen oder Gesellschaft und Soziales. Vielleicht ist es auch der Sport oder der Kulturteil. Bei Rundfunk und Fernsehen gibt es dann immer noch eine Redaktion „Aktuelles“, die auch für den einen oder anderen einen gewissen Reiz mitbringt. Wer auf die besondere Kurzfristigkeit steht, der könnte sich auch bei einer Presseagentur bewerben.

Quereinstieg über anderen Studiengang

Ein Journalistikstudium ist nicht unbedingt der einzige Studiengang. Man studiert ja auch nicht Politik, um Politiker zu werden. Gut, dieser Vergleich „hinkt“ etwas, aber so ähnlich ist es schon. Wer nämlich ein Geistes- oder wirtschaftswissenschaftliches Studium oder ein Sportstudium absolviert hat und einschlägige Erfahrung in Form von Praktika vorweisen kann, der kann sich natürlich auch für ein Volo bewerben, vielleicht auch direkt auf eine Redakteursstelle, versuchen kann man es zumindest, man muss ja nicht immer den schwierigsten Weg gehen. Jedenfalls kannst du mit anderen Studiengängen auch in den Journalismus einsteigen und vielleicht sogar gezielter.

Ausbildung an einer privaten Journalistenschule

Es gibt auch die Möglichkeit, sich an einer privaten Journalistenschule ausbilden zu lassen. Das kostet in der Regel einen gewissen monatlichen Betrag, der zusätzlich zu den normalen Lebenshaltungskosten hinzurechnen ist. Allerdings sollte man nicht denken, dass diese Weg ein leichterer ist, weil man das ja bezahlt. Ganz im Gegenteil, an einer der renommierten Journalistenschulen einen Platz zu bekommen, kann ganz schön schwierig sein. Die Ausbildungen beginnen einmal im Jahr und die Bewerber müssen Aufnahmetests absolvieren, die es in sich haben. Manchmal werden die Prüfungsaufgaben der letzten Jahre veröffentlicht. Schau mal nach und teste, wie gut Du bist in Fragen zu Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und dem allgemeien Weltgeschehen. Unnötig zu sagen, dass Abitur die Grundvoraussetzung ist. Besser ist ein abgeschlossenes Studium.

Das kann man vielleicht abschließend zum Berufsfeld Journalismus sagen: Du musst ein breites Allgemeinwissen mitbringen, das tiefer geht, als es für die Beantwortung von Multiplechoice-Aufgaben nötig ist. Du musst dir selbst Gedanken machen, Geschehen einordnen können und ein Interesse für die Welt und die Menschen mitbringen.

Pressefotograf / Fotograf / Werbefotograf / Sportfotograf

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Bilder machen Artikel erst interessant und transportieren viel mehr Informationen. Pressefotografen liefern die Bilder, die Journalisten benötigen, um ihre Inhalte noch besser darzustellen. In diesen Bereich steigt man am besten über den klassischen Ausbildungsberuf des Fotografen ein und bewirbt sich dann auf die entsprechenden Stellen. Diese Positionen werden heute allerdings nicht mehr so leicht besetzt. Viel häufiger arbeiten Medien mit freien Fotografen zusammen. Ein Pressefotograf muss leider auch ab und an einmal unschönen Dingen ins Auge schauen, wenn er zum Beispiel zu einem Unfall gerufen wird. Das Künstlerische tritt in den Hintergrund, es geht vielmehr um Informationen. Auch im Zeitalter von Handykameras haben Pressefotografen natürlich nicht ausgedient. Sie bringen den nötigen Blick für das Wesentliche mit.

2. Berufsfeld Internet: YouTube-Star, Content Manager, Social-Media-Manager, Gamesdesigner

Das Internet als Medium hat einige neue Berufe hervorgebracht. Ich selbst bin Content Managerin und das ist genau das Richtige für mich. Weiß nicht, was ich ohne das Internet heute machen würde? Bevor es dieses Berufsfeld gab, habe ich lange rumlaboriert und wusste wirklich nicht, was ich eigentlich machen will. Klar, es gab den Beruf ja auch noch gar nicht. Als man mich in den 1980er Jahren fragte, was ich denn werden würde, war ich auch wirklich etwas ratlos und antwortete – weil ich merkte, dass man das von einem Mädchen irgendwie erwartete – Krankenschwester. Dabei dachte ich damals insgeheim schon an etwas Kreatives, aber da es das noch gar nicht gab, konnte ich es natürlich auch nicht in Worte fassen. Mit meinen rund 15 Jahre jüngeren Kollegen fühle ich mich zwar ein wenig als Internet-Omi, aber irgendwie hält das Medium auch jung, vor allem im Kopf. Es gibt so viele neue Entwicklungen und man sollte möglichst keine verpassen.

Aber zurück zu dir! Was könntest du im und mit dem Internet machen?

YouTuber

„Ich will youTube-Star werden.“ Ja, warum eigentlich nicht? Versuch´s, denk aber bitte nicht, dass du dann den ganzen Tag nur chillst. Denn jeden Tag eine neue Idee, ein neues Video inklusive Vertonung und Schnitt, hochladen, Text für YouTube schreiben, YouTube-Kanal aufbauen, Fanpage aufbauen, eigene Internetseite und das alles dann pflegen, kann doch auch ganz schön aufwändig werden. Außerdem bist du dann selbstständig und musst dich auch um alles andere wie Werbung, Marketing, ja sogar um deinen (hoffentlich chicen) Firmenwagen selbst kümmern und die Steuer lässt du hoffentlich machen. Aber trotzdem, wenn du das willst, versuche es und lass dich nicht von Oma, Papa, Mama und den Neidern ausbremsen. Mach´s vielleicht erst nebenher, bis du merkst, dass dabei auch was rumkommt. Momentan benötigt man etwa 1.000 Abonnenten, um seine Filme überhaupt monetarisieren zu können. Eine stolze Zahl, die muss man erst einmal erreichen. Insgesamt ist das Thema YouTube so an der Schnittstelle zur Filmbranche zu verorten. Dazu kommen wir dann weiter unten noch einmal. Allerdings sollte man sich niemals allein auf eine Plattform verlassen. Zu schnell ist ein Konto gesperrt oder ein Unternehmen geht pleite. Besser ist es, dann noch weitere Standbeine zu haben.

Content Manager / Onlineredakteur

Jedes Unternehmen hat heute einen Internetauftritt und viele wissen, dass Werbung im Internet allein nicht ausreicht. Man muss den Usern und den Suchmaschinen schon Inhalte bieten und dafür richten immer mehr Firmen einen eigenen Blog ein, für den dann ein oder mehrere Content Manager eingestellt werden, um diesen zu befüllen. Auch hier geht es um Inhalte, allerdings sind die Ausgangsbedingungen etwas anders und daher ist dieser Beruf überhaupt nicht mit dem des Journalisten vergleichbar. Fast nicht. Denn das Berufsfeld Onlineredakteur ist natürlich schon wieder eher im Journalismus angesiedelt, auch wenn heute Stellen in Unternehmen, die sich mit der Pflege des Internetauftritts auch als solche ausgeschrieben werden. Aber klassisch ist ein Redakteur ein Angestellter bei einem Medium und diese Stellen gibt es natürlich auch. Darauf brauchen wir in diesem Teil gar nicht weiter einzugehen, denn alles, was du dazu wissen musst, kannst du unter „Journalismus“ nachlesen. Es ist einfach ein anderes Ressort oder meinetwegen eine andere „Abteilung“ und es ist sicher hilfreich, wenn du als Onlineredakteur nicht nur schreiben, sondern auch ein Filmchen drehen, vertonen und schneiden kannst oder einen Podcast machen kannst.

Insofern ist das Berufsfeld Content Manager schon ähnlich, denn hier geht es natürlich auch um Inhalte, allerdings sind diese am Unternehmen und an den Interessen der jeweiligen Zielgruppen orientiert. Je nachdem, ob das Unternehmen Consumerkunden (B2C) oder Businesskunden (B2B) hat, gibt es hier Unterschiede. Und natürlich ist auch die Branche ausschlaggebend. Eine gewisse Branchenerfahrung oder zumindest Interesse an der Branche, in der das Unternehmen tätig ist, muss man schon mitbringen, sonst wird man sich schwer tun, brauchbare Inhalte zu produzieren, die eben nicht nur die Suchmaschinen finden, sondern auch den Usern einen informativen Mehrwert bieten. Für das Content Management braucht man einen weiten Horizont. Es ist keine Werbung, aber auch kein Journalismus im klassischen Sinn. Dieses Berufsfeld wird in den nächsten Jahren noch drastisch zunehmen und es bleibt abzuwarten, wie sich die Inhalte entwickeln. Vielleicht wird es tatsächlich nötig, noch mehr in Richtung Journalismus zu denken.

Social-Media-Manager

Content Manager, Social-Media-Manager, der Übergang ist fast fließend. Einigen wir uns darauf, dass Content Manager vor allem für die Inhalte des Blogs und vielleicht noch andere Internetinhalte zuständig sind, während es beim Social-Media-Manager in erster Linie um das Community-Management und die Pflege der einzelnen Social-Media-Plattformen geht. Es gibt aktuell zwar noch keinen geregelten Ausbildungsberuf, aber das Thema Social Media ist in der Regel mittlerweile Bestandteil vieler Kommunikations- und medienwissenschaftlicher Studiengänge und Teil von Ausbildungen oder Weiterbildungen im Bereich Onlinemarketing.

Games-Designer

Ähnlich wie beim Thema YouTuber ist es vielleicht für einige Menschen nicht nachvollziehbar, dass man mit Spielen sein Geld verdienen kann. Aber das ist natürlich möglich und es ist sogar sehr lukrativ. Die Begeisterung für Games sollte man natürlich mitbringen. Es gibt hier verschiedene Zugangswege, entweder über die Programmierung, das Design oder das Schreiben der Stories. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Ausbildungswege, je nach dem für welchen Bereich du dich interessierst. Du kannst also mit einem technischen Studium ebenso einsteigen wie mit einem geisteswissenschaftlichen. Einfach auf einschlägige Stellen bewerben. Es ist auf jeden Fall ein zukunftsfähiges Berufsfeld, das auch einkommenstechnisch viele Wünsche erfüllt.

3. Die Film- und Musikbranche: Moderatoren, Schauspieler, „Werbeikone“ Musical-Darsteller, Dokumentarfilmer, Filmemacher, Drehbuchautor, Regisseur, Kameraführung

Wen es in die Filmbranche drängt, könnte vielleicht fragen, ob er oder sie lieber vor oder hinter der Kamera stehen möchte. Vor der Kamera ist für extrovertierte Menschen super. Hinter der Kamera ist es aber auch interessant.

Schauspiel und Moderation: Vor der Kamera stehen

Je nachdem, was dich begeistert, könntest du also Schauspiel „studieren“ (an privaten Hochschulen im In- und Ausland) oder dich in Richtung Moderation ausbilden lassen. Diese Ausbildungen sind zwar „fancy“, allerdings muss man einfach sagen, dass die Stellen hier noch rarer sind und du solltest neben Talent und Begeisterung auch einen gewissen Realitätssinn mitbringen. Hier sind wir eher im künstlerischen Bereich zu Hause und die Ausbildungen zum Dokumentarfilmemacher, Drehbuchautor und Regisseur finden eher an so genannten Akademien, weniger an Universitäten statt. Häufig wird eine Art Aufnahmeprüfung verlangt, die auch eine gewisse Vorarbeit nötig macht. In der bildenden Kunst spricht man gerne von einer „Mappe“, die man vorzeigt. Hier gibt es so etwas ähnliches. In der Regel werden kleine Aufgaben gestellt, die man umsetzen muss, um dann überhaupt weiterzukommen und ein Studium beginnen zu dürfen. Wenn man solche „Filmkarrieren“ wie die von Daniela Katzenberger sieht, fragt man sich, wie die das gemacht hat. Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und irgendwie den Zeitgeist getroffen. Ich gönne ihr ihr Glück und hoffe, dass es noch lange anhält. Jedenfalls hat sie etwas gemacht, von dem sich viele eine Scheibe abschneiden können: Sie hat durchgehalten und war sich für nichts zu schade. Mittlerweile ist sie eine kleine „Werbe-Ikone“.

Talkshow Studio vor der Sendung
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Kamera und Technik, Filmemacher, Regisseur, Dokumentarfilmer, Drehbuchautor

Auch Technik-Begeisterte finden in der Medienbranche eine berufliche Heimat. Sei es in der Kameraführung oder am Mischpult. Hierfür gibt es ebenfalls eigene Studiengänge, mittlerweile sind häufig auch als eine Spezialisierung innerhalb von Studiengängen wie Kommunikations- und Medienwissenschaft anzutreffen. Je nachdem, wie ambitioniert du bist, kann auch dieses Berufsfeld in eine eher technische oder eine eher künstlerische Richtung führen. Schließlich haben auch Filmschnitte einen großen Einfluss auf unsere ästhetische Wahrnehmung und sind damit etwas sehr kreatives und künstlerisches.

Noch kreativer wird es, wenn du als Filmemacher und Dokumentarfilmer oder Regisseur auch die Inhalte in Szene setzt. Das kannst Du an Hochschulen studieren und solltest parallel eigene Projekte anschieben oder/und Praktika beim Fernsehen machen.

Leider muss man gerade zur Filmbranche sagen – und kann das vermutlich auch auf die Musikbranche ausweiten – es kann gut gehen, sogar sehr gut. Du kannst ein Star werden, aber du kannst natürlich auch nur kleine und wenige Engagements bekommen und öfter bei der Agentur für Arbeit als am Set stehen. Aber hey, wenn du es nicht versuchst, wirst du es nicht erfahren. Alles ist besser, als irgendwann einmal zu sagen „hätte ich doch“…

Visagist, Maskenbildner

In Theater, beim Film und im Fernsehen werden auch Visagisten und Maskenbildner gebraucht, die sich um die Frisuren und das Make-up der Schauspieler, Moderatoren und Talkshow-Gäste kümmern. Wenn du gerne andere verschönerst und dich für Mode und Frisuren begeistern kannst, könnte das ein interessanter Beruf für dich sein. In der Regel gelingt der Einstieg über eine normale Friseurlehre mit Weiterbildungen im Bereich der dekorativen Kosmetik. Hierbei handelt es sich also eher um einen handwerklich-künstlerische Beruf, der über eine Lehre vermittelt wird. Ein Meister kann sicher nicht schaden, aber letztendlich hilft nur, sich auf einschlägige Stellen zu bewerben und dann sein Können unter Beweis zu stellen.

4. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Public Relations, Pressesprecher

Wie komme ich in die Medienbranche?
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Kommen wir nun zu einem Berufsfeld, das wieder viel bodenständiger ist, aber auch in der Medienbranche anzusiedeln ist. Es hat in den letzten Jahren auch viel Entwicklung erfahren und es gibt in praktischen jedem Unternehmen eine Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, manchmal auch einen ausgewiesenen Pressesprecher. In Anlehnung an das US-amerikanische Vorbild nennt sich dieser Bereich auch Public Relations (Plural) und meint eben die Kommunikation mit der Öffentlichkeit, ursprünglich im Sinne von „Tue Gutes und rede darüber“. Im Zentrum der Tätigkeiten steht die Kommunikation mit der interessierten Öffentlichkeit. Die kann sich zusammensetzen aus in allererster Linie den Kunden und der Zielgruppe des Unternehmens, dann können auch Geschäftspartner, Anwohner, Politiker, andere Unternehmen und viele andere Gruppen damit gemeint sein. In erster Linie geht es um die Kommunikation mit den Medien, also den Medienvertretern von Zeitungen, Fachzeitungen, Rundfunk mit Hörfunk und Fernsehen. Das Tätigkeitsfeld reicht von assistierenden Aufgaben für die Geschäftsführung bis hin zur Organisation von Pressekonferenzen, Wirtschaftstreffen und anderen Firmenevents und deren kommunikativer Begleitung. Je nachdem, wie „hoch“ ein Unternehmen diese Aufgabe aufhängt, sind damit sehr verantwortungsvolle Aufgaben verbunden. Es handelt sich dabei – das kann ich wiederum aus eigner Erfahrung sagen – um ein interessantes und abwechslungsreiches Aufgabengebiet, das sowohl verwaltende als auch repräsentative Aufgaben umfassen kann.

Für diese Tätigkeit kann man sich am besten durch ein Studium (häufig Teil der Kommunikations- und Medienwissenschaften) und einschlägige Praktika qualifizieren. In der Regel wird nach dem Studium ein Volontariat („Volo“) gemacht, so wie es oben schon beschrieben wurde. Manchmal gelingt auch der direkte Einstieg. Diese Stellen gibt es natürlich nicht nur in privatwirtschaftlichen Unternehmen, sondern auch bei Vereinen, Verbänden, NGOs, Instituten, Universitäten, Krankenhäusern und Behörden. Diese Positionen werden gerne auch mit Mitarbeitern mit einschlägigen Branchenkenntnissen besetzt, die sich dann in das Berufsfeld einarbeiten. Also auch für „Quereinsteiger“ ist dieses Berufsfeld offen.

Zur Bezahlung muss man wissen, dass diese Positionen nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut entlohnt werden. Das liegt auch daran, dass hier mittlerweile ein Überangebot an passenden Fachkräften vorherrscht und – entschuldige, dass ich das so sage, aber als Frau darf ich das – dieser Beruf von Frauen dominiert wird, die in puncto Gehaltsverhandlung viel mit sich  machen lassen. Selbst leitende Positionen in Hochschulen sind verhältnismäßig schlecht bezahlt. Wir reden hier von einem Jahresgehalt von vielleicht 42.000 Euro. Wenn man bedenkt, was man dafür alles mitbringt, ist das eigentlich recht wenig.

In Kulturinstitutionen wird besonders für leitende Positionen im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gerne einmal eine Promotion verlangt, auch wenn das nicht offiziell kommuniziert wird.

Innerhalb der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gibt es weitere Spezialisierungen, je nach Talent und Neigung kann man sich in den Bereich Text, in den Bereich Eventmanagement, Sponsoring oder interne und externe Kommunikation orientieren. Nach dem Volo wird man Assistent, dann Junior-Consultant und dann Senior-Consultant. Wer in Agenturen arbeitet kann es bis zur Partnerschaft bringen oder macht sich irgendwann einmal selbstständig.

Man sollte sich klar machen, dass man in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit immer ein wenig zwischen den Stühlen sitzt. Auf der einen Seite vertritt man „sein“ Unternehmen oder „seine“ Institution, auf der anderen Seite muss man den Journalisten helfen, ihre Arbeit zu verrichten. Das ist nicht immer ganz einfach und fordert Einsatz, der auch über die normal üblichen Arbeitszeiten hinausgeht. Man lässt sich auf Abendveranstaltungen sehen und ist auch am Wochenende immer mit den Gedanken bei der Arbeit, egal ob man ein Magazin aufschlägt, Radio hört oder Fernsehen schaut oder einfach mal ein wenig im Internet servt, vielleicht auch in Facebook unterwegs ist. Man schaut immer auch nach relevanten Themen für die Arbeit.

5. Medien- und Kommunikationswissenschaftler

Dieser Bereich ist vielleicht der abstrakteste in der Medienbranche. Hier geht es um die wissenschaftliche Betrachtung von Entwicklungen in der Kommunikation. Im Grunde handelt es sich dabei um Studiengänge, die von der Kommunikationstheorie über Empirie bis hin zur PR alles abdecken. In welche Richtung du dann forschen willst, wird sich im Laufe des Studiums herauskristallisieren. Eine Promotion on Top ist praktisch unumgänglich, um dann die wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Kann man machen, ist jetzt aber vielleicht nicht das, was du dir unter „Wie komme ich in die Medienbranche“ vorstellst.

6. Media

Auch nicht wirst du dir vorstellen, als „Vertreter“ zu arbeiten. Oder vielleicht doch? Wenn ja, dann herzlich willkommen im Vertrieb. Im Media-Bereich geht alles um das Sehen und Gesehen werden, von Großflächenplakaten bis hin zur Buchung von Infoscreens, der Produktion von Werbespots für Hörfunk und Fernsehen und die Planung von Mediakampagnen ist alles dabei. Sicherlich einer der besser bezahlteren Jobs in der Medienbranche. Wie du das wirst ist eigentlich ganz einfach: Entweder du machst eine kaufmännische Ausbildung bei einem Medium und bleibst gleich im Vertrieb oder du studierst BWL und gehst danach in den Vertrieb, zum Beispiel als Key Account Manager bei einem Rundfunksender.

7. Buch- und Verlagswesen

Noch gar nicht erwähnt wurde bisher das klassischeste aller Medien, das Buch. Ähnlich lange totgesagt wie die Tageszeitung, dafür aber putzmunter, ist es immer noch ein attraktives Berufsfeld. Entweder du machst eine Ausbildung in einem Verlag als Verlagskaufmann/-kauffrau, wo du die betriebswirtschaftlichen Grundlagen eines solchen Unternehmens kennenlernst oder du bist eher auf der kreativen Seite tätig und schreibst selbst Bücher. Dazwischen gibt es noch die Aufgabenbereiche der Agenten und Lektoren und derjenigen Mitarbeiter, die die Buchautoren von der Auswahl des Manuskripts bis zur Organisation der Lesereise oder des Messebesuchs begleiten. Wenn du mit diesem Bereich als Berufsfeld vorstellst, könntest du zum Beispiel an der Universität Leipzig Buchwissenschaft studieren. Die Gehaltsaussichten gerade im Volo sind leider etwas mau und auch später wirst du keine Reichtümer verdienen, außer du hast einen Bestsellerautoren unter Vertrag oder bist selber einer. Warum nicht? Ausschließen würde ich das nicht!

Und du so?

Wie du siehst, bietet die Medienbranche eine ganz Menge möglicher Eintrittschancen. Nun kommt es darauf an, welche Talente du mitbringst und für welchen Beruf du dich interessierst.

Einen interessanten Radiobeitrag zu diesem Thema gab es übrigens am 4.6.2016 im Deutschlandfunk: hier klicken.

Wie komme ich in die Medienbranche?

Konnten wir diese Frage vollständig beantworten? Wenn du noch mehr wissen willst und Fragen hast, dann kannst du gerne einen Kommentar schreiben.

 

 

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